Die Liedbegleitung ist die perfekte Kombination meiner beiden „Leidenschaften“, dem Wandeln in Sprache, die des Wortes und die der Töne.

In der Musikgeschichte findet man einige Auseinandersetzungen über die hierarchische Gewichtung von Wort und Musik. Und natürlich ist ein Gedicht, rezitiert oder still vor sich hin gelesen, eine vollkommene Komposition: der Klang der Vokale, das Schlagen der Konsonanten, die Folge von Silben, der Wortfluss, das Stocken und Innehalten in der Syntax und vieles mehr, was es da zu entdecken und zu genießen gibt.

Und natürlich ist die Absolute Musik einer Fuge, einer Symphonie, eines Streichquartetts vollkommen; da fehlt kein Wort.

Aber nehmen wir doch einmal das „Gretchen am Spinnrad“: Keine künstlerische Form kann die Unruhe und das bebende Drängen so treffend darstellen, wie dieses rastlos pulsierende Tongemälde im Klavierpart, wie ihn Schubert konzipiert hat. Und sie verfolgt uns durch das ganze Lied, nimmt uns gefangen, als säßen wir selbst am Spinnrad. Nehmen wir der Komposition den Text weg und interpretieren das Stück instrumental; das funktioniert auch, wir empfinden die Unruhe und das Drängen und den Höhepunkt an der Stelle des Kusses. Aber verstehen wir auch die nur in der Fantasie erlebte Erlösung, wenn wir die Worte nicht kennen?

In der Liedbegleitung kann man erleben, dass das Eine ohne das Andere höchstens die Hälfte ist und eine große Einbuße an emotionaler Intensität bedeutet. Ich genieße dieses expressive Zusammenspiel zwischen Gesang und Klavier, wenn das Klavier das Wort der Stimme aufgreift und fortführt, verstärkt, transformiert und wenn das Klavier der Sängerin/dem Sänger den Boden für den vokalen Ausdruck liefert.

Werke aus meinem Repertoire:

Franz Schubert „Winterreise

Robert Schumann „Frauenliebe und –leben“, „Dichterliebe“, „Liederkreis

Hugo Wolf „Italienisches Liederbuch

Walter Courvoisier „Marienleben

Felix Mendelssohn-Bartholdy „Herbststürme

Benjamin Britten „Craddle Songs

Francis Poulenc „La courte paille

Emanuel de Falla „Canciones Espanolas

Lieder von Gabriel Fauré, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven

LIED- BEGLEITUNG

"Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten."

- Gustav Mahler